Mittwoch, 6. November 2013

Rezension Wild von Lena Klassen




  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Drachenmond-Verlag (11. März 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre

  • Kurzbeschreibung: Gezähmte Gefühle. Eine Welt ohne Krankheit und Kummer. Kein Leid und keine Leidenschaft. Einmal wöchentlich bekommt jeder in "Neustadt" seine Glücksinjektion. Trotzdem ist die siebzehnjährige Pi nicht so glücklich wie alle anderen. Stimmt etwas nicht mit ihr? Oder warum darf sie nicht mit Lucky zusammen sein, ihrem besten Freund? Anders zu sein ist gefährlich, denn hinter dem Zaun, der "Neustadt" umgibt, liegt die Wildnis. Dort herrschen noch Krankheit und Gewalt - und dorthin werden alle verbannt, die aus der Reihe tanzen. Dann geschieht etwas Unfassbares: Die Glücksdroge versagt. Und plötzlich steht Pi vor der Entscheidung ihres Lebens: Liebe oder Freiheit?



    Meine Meinung:
    Wenn das pure Glück dich unglücklich macht, ist es an der Zeit etwas zu verändern. Diese schon etwas grausige Vorstellung leitet das Buch. Jeder in Neustadt bekommt einmal die Woche eine Glücksinjektion, womit alle unsinnig und unecht glücklich sind. Die Gefühle sind abgestumpft, Pi, unsere Protagonistin, schwebt in einer Wolke, läuft gegen Wände und auch ihre kognitiven Fähigkeiten sind beeinträchtigt. Ist das Glück? 
    Das fragt sich auch Pi und beobachtet immer schärfer die eigenartigen Verhaltensweisen ihrer Mitschüler. Als auch die Glücksinjektion einiger ihrer Freunde versagt, "wachen" sie auf und beginnen sich zu fragen, was genau all das bezwecken soll.

    Vor allem schon wieder solch eine dystopisch-schreckliche Ausgangssituation hat meine Aufmerksamkeit gefesselt. Je düsterer und grausamer die Leute in dem Staat oder der Stadt leben, desto aufregender sind aber auch immer die Bücher. :D Im Prinzip ist es eine Massenmanipulation auf höchster Ebene. Den Menschen weiszumachen, dass durch so eine Injektion verhindert wird, dass wilde Gefühle von einem Besitz ergreifen, welche dann in der DNA gespeichert werden und den Menschen auf grausame Art verändern und böse und schlecht machen würden, ist schon ziemlich großes Kino und wenn man das erstmal geschafft hat, schwer wieder rückgängig zu machen, da es nämlich genau die Gefühle sind, die den Menschen leiten. Wenn der ganze Verstand vernebelt und zugedröhnt ist, bleibt da kaum Chance für selbstständiges Denken.

    Auch das macht es auch so spannend, dass erst eine Injektion misslingen bzw. geplant schief laufen muss und man dann auch nur einen begrenzten Zeitraum die Möglichkeit hat, etwas zu ändern, nämlich in die Wildnis zu flüchten. Doch die Frage ob es dort besser ist, stellen sich auch unsere Protagonisten und umso interessanter war es, im Vergleich zu anderen Dystopien, dass es auch irgendwie gar nicht so toll und rebellisch dort ist und es unheimlich schwierig ist, in einer Randgesellschaft zu überleben und für sich zu sorgen. Dieser Fakt und dieses Erleben der Protagonisten hebt sich sehr von anderen Büchern ab und hat mich begeistert.

    Pi an sich ist ein interessanter Charakter. In ihr verbindet sich sowohl Gefühl als auch Verstand. Sie weiß, was sie kann und sie weiß, was sie nicht kann. Und sie macht das Beste aus dem, was vor ihr liegt. Ihr ganzes Leben lang schwebt sie dumpf in einer Wolke und merkt erst beim Versagen der Injektion was wahre Gefühle sind. Ja alle anderen auch, allerdings spürt sie auch nicht mal das "Fakeglück", welches injiziert ist, da es bei ihr nicht richtig funktioniert. Und das macht sie sowohl so stark als auch irgendwie etwas bemitleidenswert. Ich hätte sie sehr gerne einfach mal in den Arm genommen. Denn auch Lucky, ein Freund von Pi, erwidert nicht ihre Liebe. Zumindest laut Injektion. ;) Aber dazu müsst ihr das Buch lesen. :D

    Die Spannung ist ebenfalls auf einem hohen Level gehalten. Man durchlebt, wie die Protagonisten, mit diesem Buch alle Gefühlszustände, die es gibt. Von Freude und Glück, über Wut und Ärger bis hin zur tiefen Traurigkeit. Und das lässt mich das Buch lange in Erinnerung behalten. Ebenfalls gefiel mir der Schreibstil der Autorin. Über kurze knappe und vor allem aussagekräftige Sätze bis hin zu wundervollen Beschreibungen der Natur und Gedankengängen über Liebe und Glück war hier alles enthalten und hat mein Herz oft sehr berührt.

    Fazit                                                                                                                                                              

    "Wild" ist ein Buch über große Gefühle. Über die Liebe und das Glück in seinen vielen, vielen Ausprägungen. Aus der fast gänzlich aussichtslosen Ausgangssituation ergibt sich eine aufregende, prickelnde Reise in die Wildnis und zum wahren Glücklichsein. Eine absolute Leseempfehlung.
    5/5 Punkte.

    Danke Drachenmond !


    Kommentare:

    1. Da mich das Buch interessiert, bin ich hier "gelandet". Leider konnte ich deine Meinung nicht zu Ende lesen, da der Hintergrund erschlägt. Schade -
      LG Hanne

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    2. Hay ich mache bei der Blogtour zu WILD mit und wollte Fragen ob ich dein Fazit in meinem Beitrag verwenden darf, da ich Meinungen zum Buch sammel ?
      Würde mich sehr freuen.

      lg Pia
      (Es wäre lieb wenn du mir per Mail antworten würdest pichen1992[@]googlemail.com)

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