Montag, 23. Juni 2014

Rezension Stranwyne Castle 01: Das trügerische Flüstern des Windes von Sharon Cameron





  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (2. Mai 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • Reihe: Ja  |  Teil 1 von 2
  • Originaltitel: The Dark Unwinding

  • Kurzbeschreibung: Intrigen, Ränkespiele, Gerüchte … bei den Tulmans geht man nicht zimperlich miteinander um. Schon gar nicht mit einer vorlauten jungen Frau, von der man kaum noch hoffen kann, sie zumindest gewinnbringend zu verheiraten. Also wird Katharine vor die Wahl gestellt: Armenhaus oder sie erbringt den Beweis, dass ihr reicher Onkel, Frederick Tulman, verrückt geworden ist und das Familienvermögen zum Fenster hinauswirft. Was sie vorfindet, ist jedoch kein seniler alter Mann, sondern ein Exzentriker, der wahre Wunder vollbringt und eine surreale Welt geschaffen hat, die Katharine immer mehr in ihren Bann zieht. Wie die sturmgrauen Augen seines Assistenten Lane. Doch das Schicksal ist so trügerisch wie das Flüstern des „Stranwyne“, und plötzlich ist es Katharine, die um ihr Leben fürchten muss …



    Meine Meinung:
    Also die Kurzbeschreibung lässt zunächst einmal überhaupt nicht erraten, in welche Richtung sich dieses Buch entwickelt. Ich habe mit einem Roman vielleicht 18. oder 19. Jahrhundert gerechnet, bei dem es zwischen verschiedenen Familien etwas hadert und freche Intrigen und Gerüchte umgehen. Aber da täuschte ich mich gewaltig. Dieses Buch ist ein Steampunk-Roman im viktorianischen Stil ohne Strom. Alles wird mit Gas betrieben und vieles entwickelt sich erst. Man muss sich damit echt erst anfreunden.

    Die Protagonistin Katharine ist ein junges, frisches Mädchen aus gutem Haus, hat allerdings nicht viel zu sagen. So wird sie zu ihrem Onkel Frederick geschickt, der dort auf Stranwyne Castle das Geld zum Fenster rauswerfen soll. Ich hatte ja so einiges erwartet, aber wie der Onkel dann wirklich war, kam mir schon irgendwie ziemlich schräg vor. Man wird in eine ganz andere, kuriose und spielerische Welt hineingeworfen, die man zunächst gar nicht versteht. Ich hab lang gebraucht um mit den Verhaltensweisen des Onkels klar zu kommen. Zum Glück geht es Katharine ebenso, wodurch sie sehr sympathisch wirkt. So kommt es, dass das Anwesen gar nicht so klein und die Rolle des Onkels extrem groß und von Bedeutung ist. Es ist ein langsamer und schleichender Prozess, bei dem Katharine merkt, welche Figur ihr Onkel einnimmt und was bei der Aktion alles auf dem Spiel steht.

    Doch der kindische, nervige und exzentrische Onkel ist nicht die einzige kuriose Person in dem Buch. Jeder Charakter ist auf seine Art einzigartig und sehr eigen. Das muss man echt sagen. Man kommt mit dem Stirnrunzeln gar nicht hinterher. Irgendwann genießt Katharine allerdings ihren Aufenthalt auf Stranwyne Castle und verliert ihre Aufgabe und ihr Herkommen aus den Augen und vieles fängt an zu schleifen. Dieser Teil hat mir nicht so gut gefallen, vor allem da sie weiß, wie wichtig ihre Aufgabe und wie intolerant ihre Tante ist, die sie dazu angestachelt hat. Und dann passiert am Ende alles auf einmal und man kommt gar nicht mehr hinterher. Ich finde, das hätte die Autorin etwas mehr ausbalancieren können.

    Das Interessante an dem Buch ist, dass es nicht von Spannung oder Liebe etc. geprägt ist, sondern man sich eigentlich die ganze Zeit fragt, was da überhaupt vor sich geht, was hinter vielen Verhaltensweisen steckt und wie das alles enden soll. Man muss wirklich aufmerksam lesen und sollte es nicht zwischendrin aufschlagen.

    Fazit                                                                                                                                                                      

    Stranwyne Castle ist für mich ein Buch auf das man sich einlassen muss. Steampunk gefällt nicht jedem, ist aber auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Sehr eigenartige unterschiedliche Charaktere mit kuriosen Persönlichkeiten begleiten Katharine bei ihrem Aufenthalt auf Stranwyne Castle und hinterlassen ihre Spuren.
    4/5 Punkte.

    Danke Egmont Ink !


    Die Reihe:
    Band 1: Das trügerische Flüstern des Windes
    Band 2: A Spark Unseen (engl., September 2014)  |  Deutsch ?



    Kommentare:

    1. Also Steampunk hatte ich bei der Beschreibung jetzt auch nicht unbedingt erwartet. Aber dann rückt das Buch auf meiner Wunschliste jetzt definitiv weiter nach oben :D

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      1. Ja magst du Steampunk? Das war mein bisher erstes Buch dieses Genres, aber ich fands auch nicht schlecht. :)
        LG. :)

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      2. Also viel hab ich aus dem Genre noch nicht gelesen, aber das, was ich gelesen hab, hat mir gefallen und ich wollte gerne mal mehr Steampunkt-Romane lesen :) "Die Erfindung der Violet Adams"(auch bei Ink erschienen) und Gail Carrigers "Lady Alexia"-Reihe könnte ich dir noch empfehlen :)

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      3. Cool danke dir. :) Die kann ich mir mal angucken. :) Von "Die Erfindung der Violet Adams" hab ich aber schon einmal was gehört.
        LG. :)

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    2. hej hej,
      ich mag ja hier das englische Cover viel Lieber.
      Auch wenn unsere Rezensionen Welten entfernt sind ;) Aber es gibt wirklich immer wieder die gleichen Ecken, an denen man anstößt.
      Hoffentlich erscheint der zweite Teil auch bei uns, man möchte schon wissen, wie es weitergeht. Auch wenn die Autorin dieses Werk gut abgeschlossen hat.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Conny von dieSeitenfluesterer-unserBuchblog.blogspot.de

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