Donnerstag, 16. Juni 2016

Rezension Ghetto Bitch von Gernot Gricksch

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten 
Verlag: Dressler (9. Mai 2016) 
Sprache: Deutsch 
Reihe: Nein 
Empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre 

Kurzbeschreibung: Hochglanz-Girl im Hochhaus-Schick: Die 15-jährige Nele wohnt mit ihrer Familie im schicken Hamburg-Poppenbüttel und führt ein unbeschwertes Leben. Doch plötzlich nimmt ihr Leben eine gravierende Wendung: Neles Vater stirbt und hinterlässt Berge von Schulden! Neles Mutter ist gezwungen, mit ihr und ihrem 14-jährigen Bruder das Villenviertel gegen eine Hochhaussiedlung in Hamburg-Steilshoop einzutauschen. Schnell ist Nele hier die arrogante Zicke vom Dienst und lässt kein Fettnäpfchen aus. Als jedoch der 17-jährige Skater Rick auftaucht, gelingt es Nele immer besser, sich in ihr neues Umfeld zu integrieren.


 

Meine Meinung:
Ghetto Bitch ist ein Buch, das aktueller wohl nicht sein könnte. Es setzt sich mit vielerlei Themen auseinander. Schule, Mobbing, sozialer Bildungsstand,  Gewalt, Gruppenzwang, Vorurteile, Gleichberechtigung, aber natürlich sind auch Themen wie Freundschaft und Liebe mit dabei. Ich finde, dass die Themen sehr gut und nicht oberflächlich behandelt wurden, sodass man es auch kaum gemerkt hat, dass hier gerade ein gewisses Thema aufgegriffen wird.

Im Mittelpunkt stehen dabei Nele und ihr 2 Jahre jüngerer Bruder Timo, die nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters auf einem Schuldenberg sitzen und ihr großes Haus und gänzlich alle Habseligkeiten verkaufen müssen. So geht es für sie in die Hochhaussiedlung ins "Assi-Viertel". Ich fand es bis fast zum Schluss ziemlich unangemessen, dass sie vorgaben, ins Ausland zu ziehen, weil sie das vor ihren Freunden nicht zugeben wollten. Mit Vorurteilen gespickt treten sie ihr neues Leben an und müssen lernen damit zurecht zu kommen.

Die Liebe zum Skater und Kiffer Rick war für mich auch am Ende des Buches nicht wirklich vorhanden. Er ist jemand, der gerne plötzlich wohin muss und für ein paar Stunden abhaut. Ich finde, man kann ihm nicht wirklich vertrauen, da er auch nicht von Anfang an ehrlich zu Nele war, aus welchen Gründen auch immer. Nele hatte auch gegen Ende immer noch Zweifel an ihm, besonders wegen der Kifferei und ich muss sagen, ich verstehe sie. Ihre Wandlung allerdings dann doch nicht so. Denn Daniel war nach wie vor unfassbar lieb, auch wenn er sie nicht verstanden hat. Eine ruhige Minute und ein offenes Ohr hätten dem Ganzen gut getan, denke ich.

Das aufregende letzte Viertel des Buches hat wirklich nochmal vieles rausgeholt. Die Ereignisse überschlagen sich fast und man schlägt förmlich die Hände über dem Kopf zusammen. Besonders toll war auch die unterschiedliche Entwicklung der beiden Geschwister. Sie bewegen sich, obwohl sie ja jeden Tag miteinander zutun haben, in komplett anderen Kreisen und kriegen vom anderen nur am Rande was mit. Somit konnten auch gleichzeitig mehrere Themen beleuchtet werden. Toll gemacht!

                                                           Fazit                                                                     

"Ghetto Bitch" ist ein Buch mit vielen schwierigen aktuellen Themen, die sehr gut umgesetzt und in die Handlung integriert wurden. Einzig die Liebe und der plötzliche Umschwung von Nele blieben bei mir etwas auf der Strecke und kamen schlussendlich nicht an. Trotzdem tolles Jugendbuch! 4/5 Punkte.


Danke Dressler!

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